D-Link-Router-Sicherheitslücke: Warum du alte Modelle ersetzen solltest

Mehrere ältere D-Link-Router haben Sicherheitslücken, die D-Link nicht mehr schließt. Betroffen sind Geräte, für die der Hersteller den Support beendet hat. Dazu gehören die VPN-Router der DSR-Serie, der WLAN-Router DIR-878 und mehrere alte DSL-Modems. Über die Lücken können Angreifer aus dem Internet Befehle auf dem Router ausführen, ohne ein Passwort zu kennen. D-Link empfiehlt in solchen Fällen, das Gerät auszutauschen. Ein Firmware-Update gibt es für diese Modelle nicht mehr.

Prüf deshalb die Modellbezeichnung auf dem Typenschild deines Routers. Steht dein Gerät auf einer der Listen unten oder bekommt es seit Jahren keine Updates mehr, solltest du es ersetzen.

D-Link-Router-Sicherheitslücke

Welche D-Link-Modelle betroffen sind

Modelle Gerätetyp Support beendet Was bekannt ist
DSR-150, DSR-150N, DSR-250, DSR-250N VPN-Router für kleine Büros 1. Mai 2024 Kritische Lücke, über die Angreifer ohne Anmeldung Code ausführen können. D-Link rät zum Austausch (BleepingComputer, November 2024).
DIR-878 WLAN-Router für zu Hause Januar 2021 Vier Lücken (CVE-2025-60672 bis -60676), Angriff aus der Ferne ohne Anmeldung möglich (heise).
DSL-2640B, DSL-2740R, DSL-2780B, DSL-526B DSL-Modem-Router Anfang 2020 Lücke CVE-2026-0625, laut Berichten seit Dezember 2025 aktiv ausgenutzt. Angreifer können Befehle ausführen und die DNS-Einstellungen ändern (The Hacker News, Januar 2026).

Die Liste ist nicht vollständig. Bei den alten DSL-Modellen hat D-Link selbst noch keine abschließende Liste veröffentlicht, weil sich betroffene Geräte nicht sicher an der Modellnummer erkennen lassen (Netzwoche, Januar 2026).

Warum ein Router ohne Updates gefährlich ist

Der Router ist das Gerät, das dein Heimnetz mit dem Internet verbindet. Er ist rund um die Uhr erreichbar. Findet jemand eine Lücke in seiner Software, kann er im schlimmsten Fall den Router übernehmen.

Bei einem Gerät mit laufendem Support schließt der Hersteller solche Lücken per Firmware-Update. Endet der Support, passiert das nicht mehr. D-Link schreibt in seiner End-of-Life-Richtlinie, dass nach dem Ende des Supports keine Fehlerbehebungen und keine Sicherheitsupdates mehr entwickelt werden. Bekannte Lücken bleiben dann für immer offen.

Was ein Angreifer mit einem übernommenen Router anstellen kann, zeigt die DSL-Lücke von 2026: Wer die DNS-Einstellungen ändert, kann Geräte im Heimnetz unbemerkt auf gefälschte Webseiten umleiten, etwa auf eine nachgemachte Bank-Seite. Andere Angriffe machen den Router zum Teil eines Botnetzes, das von deinem Anschluss aus andere Ziele angreift.

Das betrifft nicht nur D-Link. Jeder Router ohne Updates hat dasselbe Problem. Bei D-Link fallen die Fälle nur besonders auf, weil der Hersteller öffentlich zum Austausch rät.

So prüfst du deinen Router

  1. Modell ablesen. Die genaue Bezeichnung steht auf dem Typenschild an der Unterseite, oft auch die Hardware-Version (H/W Ver.).
  2. Support-Status prüfen. D-Link führt auf der Seite zur End-of-Life-Richtlinie Hinweise zu Geräten ohne Support. Taucht dein Modell dort auf, bekommt es keine Updates mehr.
  3. Letztes Update ansehen. In der Bedienoberfläche des Routers steht die Firmware-Version. Liegt die letzte Version mehrere Jahre zurück, ist das ein deutliches Warnzeichen.
  4. Ungewöhnliches Verhalten? Leiten dich bekannte Seiten plötzlich um, sind die DNS-Einstellungen im Router verändert oder lässt sich das Admin-Passwort nicht mehr verwenden, trenne den Router vom Internet.

Was du tun solltest

Ersetzen ist die einzige echte Lösung. D-Link selbst rät dazu, Geräte ohne Support außer Betrieb zu nehmen. Bis der neue Router da ist, senkst du das Risiko so:

  • Fernzugriff auf die Bedienoberfläche aus dem Internet abschalten.
  • Admin-Passwort und WLAN-Passwort ändern.
  • Die letzte verfügbare Firmware installieren. Bei den DSR-Modellen schließt auch sie die neue Lücke nicht, D-Link empfiehlt sie aber für alle, die das Gerät vorerst weiter betreiben.

Hast du einen Router von deinem Internetanbieter gemietet, frag dort nach einem Austauschgerät.

Achte beim neuen Router darauf, dass der Hersteller regelmäßig Updates liefert und dass sich automatische Updates einschalten lassen. Das empfiehlt auch die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW-Factsheet). Wie du den neuen Router anschließt und sicher einstellst, steht Schritt für Schritt in WLAN einrichten zu Hause. Welche Modelle eine WPS-Taste haben und was sie können, zeigt die Kaufberatung für Router mit WPS-Taste.

Den alten Router richtig loswerden

Setz den Router vor dem Entsorgen auf Werkseinstellungen zurück. Bei den meisten Modellen hältst du dazu die Reset-Taste auf der Rückseite einige Sekunden gedrückt, bis die Leuchten blinken. Damit sind WLAN-Passwort und Zugangsdaten gelöscht.

Entsorgen kannst du den Router kostenlos beim Wertstoffhof. Auch viele Elektrohändler nehmen kleine Altgeräte wie Router zurück.

Als Repeater oder Access Point im eigenen Netz solltest du einen Router ohne Updates nicht weiterverwenden. Er ist dort zwar nicht direkt aus dem Internet erreichbar, bleibt aber ein Gerät mit bekannten Lücken in deinem Heimnetz. Für mehr Reichweite ist ein aktueller WLAN-Repeater die bessere Wahl.

Häufige Fragen zu D-Link-Routern

Sind alle D-Link-Router unsicher?

Nein. Betroffen sind ältere Modelle, deren Support beendet ist. Aktuelle D-Link-Geräte bekommen weiterhin Updates. Entscheidend ist nicht die Marke, sondern ob dein Modell noch gepflegt wird.

Kann ich alternative Firmware wie OpenWrt aufspielen?

Für manche Modelle gibt es freie Firmware, die weiter gepflegt wird. D-Link unterstützt das nicht, und die Garantie kann erlöschen. Für die meisten Nutzer ist ein neuer Router der einfachere und sicherere Weg.

Hilft es, die WPS-Funktion abzuschalten?

Gegen die beschriebenen Lücken nicht. Sie betreffen die Software des Routers selbst, nicht WPS. Was die WPS-Taste macht und was die WLAN-Taste, erklärt Ist die WPS-Taste die WLAN-Taste?

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